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Donnerstag, 4. Februar 2010, 15:48

Der Bausenberg- Heimat diverser Tierarten

Seit etwa zwei Jahren bin ich innerhalb der wärmeren Zeit des Jahres ein regelmäßiger Besucher des Bausenberges im Brohltal. [1 – Blick auf einen Hang] Bei dem Bausenberg handelt es sich um einen erloschenen Vulkan, der wegen bestimmter naturreller Umstände zur Heimat zahlreicher verschiedener Tierarten geworden ist, insbesondere Insektenarten- es sollen dort beispielsweise über 500 verschiedene Schmetterlingsarten leben. Das erste Bild unten zeigt einen einen der Schmetterlinge, allerdings handelt es sich hierbei um einen nicht Seltenen der Art Vanessa cadui. Bilder der Schmetterlinge und eines Falters[2,3,4,5]

Weiterhin gibt es in dem Gebiet eine Ziegenherde, die wüst durch das Land zieht. Sie sind immer unterwegs und haben schon einen kleinen Teil des Waldgebiets, bis auf die Bäume selbst, kahlgefressen. Kurzgewachsene Vegetation ist dort nicht mehr auszumachen. [6]
Auch eine Ringelnatter bekam ich zu Gesicht, einige Eidechsen sowie eine Blindschleiche am Waldrand.

Weiterhin sind dort auch zahlreiche Grashüpfer und Heuschrecken vorzufinden- besonders häufig war dort auch die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), eine eher unauffällige Art, die aber durch ihre Größe auffällt, ebenso durch ihre blauen Flügel, die beim Wegfliegen vor einem potentiellen Feind gut zu sehen sind. Offenbar bevorzugt diese Art vegetationsarme und sehr warme Habitate, da ich sie bisher an den vegetationsarmen östlichen Ausläufern des Bausenberges und in den warmen Weinbergen zu beobachten vermochte. Durch ihre Färbung ist sie in der Ruhestellung als gut getarnt zu bezeichnen.

Das Gebiet ist weiterhin die Heimat zahlreicher Ameisenarten- bisher habe ich nur die östlichen Gebiete genauer unter die Lupe genommen, aber ich entdeckte zahlreiche Temnothorax/Leptothorax- Ameisen, weiterhin ist das Gebiet auch die Heimat von Raptiformica sanguinea, Camponotus, Serviformica und vieler anderer Gattungen. Myrmica allerdings konnte ich in den trockenen Habitaten nicht entdecken, was allerdings kaum verwundert; Bisher konnte ich diese Art nur in ausgeprägt feuchten Habitaten entdecken, mindestens Waldrändern.

Vor kurzem konnte ich auch einen Umzug von Ameisen der Unterfamilie Myrmicinae ausmachen- es handelte sich um ein offenbar polygynes Volk mit relativ kleinen Arbeitern- eine der Königinnen ließ ich auf meiner Hand rumkrabbeln. Nach einer Weile legte ich sie wieder nieder und nach kurzer Zeit gliederte sie sich wieder in die Straße ein.

Bei meinem vorletzten Besuch im Sommer konnte ich auch etwas auffälliges beobachten; Ich sah zahlreiche Formica- Arbeiter, die im wahrsten Sinne des Wortes um einen Stein auf dem Trockenrasen „herumwuselten“. Zuerst hielt ich es für ein Nest, allerdings hatte ich noch nie in so großer Zahl die Arbeiter auf der Nestbedeckung gesehen, weswegen meine Neugier gefesselt war. Ich hob den Stein hoch, was mir einige Stiche der Arbeiter einbrachte. Im Innern des Nestes schließlich entdeckte ich einige wenige schwarze Serviformica- Arbeiter, die eifrig darum bemüht waren, einige Puppen ins Innere des Nestes zu schleppen. Zahlreiche Schwarzrote Arbeiter der o. g. Formica- Arbeiter attackierten die Verteidiger und schleppten erbeutete Brut aus dem Nest- es handelte sich augenscheinlich um einen Angriff des fakultativen Duloten [Duloten- > Sklavenräuber, die oftmals andere Nester einer entsprechenden Wirtsart angreifen und unterschiedliche oder alle Brutstadien aus dem Nest rauben, manchmal auf Arbeiter [?]- man unterscheidet zwischen obligatorischen (auf Sklaven angewiesen- Beispiel: Polyergus, Harpagoxenus) und fakultativen (nicht auf Sklaven angewiesen; Beispiel : R. sanguinea)] Raptiformica sanguinea, der Blutroten Raubameise, auf ein Serviformica- Nest. [letztes Bild]

Oben hatte ich als weiteren Bewohner die Gattung Camponotus genannt- Ich konnte zahlreiche Nester der Art Camponotus ligniperda entdecken, der offenbar hier dominantesten Art überhaupt. Unter zwei Banken fand ich zwei große Völker vor, in einem Baumstumpf, unter einem Stein sowie in einem Ast.

Als ich allerdings letztes Mal am Bausenberg vorbeischaute, war ich recht wütend. Von "meinen" Nestern, die ich auf dem Bausenbeg kannte, waren zwei willkürlich zerstört worden. Ein Teil des morschen Baumstumpfs war herausgerissen worden. Er lag auf dem etwa zwei Meter weiter entfernten Weg. Auch der Ast war von seiner Stelle weggerollt worden. Auch er war unbewohnt. Ich nahm die beiden Nestteile mit; wenn sie schon zerstört waren, wollte ich einen genaueren Blick auf sie werfen. Bei dem bereits herrausgerissen „Baumstumpf- Teil“ stellte sich dies als leicht heraus. Der Blick in den Ast blieb mir selbstverständlich verwehrt, bis ich mich nach einigen Tagen Aufbewahrung entschloss, ihn durchzusägen. Nach etwa 20 Minuten Arbeit mit meinem Bruder, hatten wir den Ast erfolgreich durchsägt. Es hatte sich in jeder Hinsicht als schwerer herausgestellt, als gedacht. Der Blick in das Nest offenbarte, dass die Ameisen sich offenbar mit wenig Orientierung durch das Nest nagten; an einigen Stellen hatten sie den Ast durchbissen; behelfsmäßig hatten sie die Löcher wieder zugebaut. Das war jedenfalls mein Eindruck von den kleinen Löchern an der Seite des Astes. [7,8]

In der Nähe einer Bank fand mein Bruder den Teil eines anderen Nestes. Die Waben waren ungefähr 5 mm breit [9]

An einem anderen Besuch auf dem Bausenberg konnte ich eine alate [alat-> geflügelt] Jungkönigin in der Nähe des Nestes ausmachen, die unten auf den Bildern zu sehen ist. Was mich verwunderte war, dass sie allein unterwegs war- warum dies der Fall war, sei dahingestellt. Ich ließ sie nach den Aufnahmen wieder da frei, wo ich sie hergenommen hatte. [10,11]

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[6]063

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[letztes Bild]

Die Ameise predigt am besten- und die sagt nichts.